Pressemitteilung
21.4.2021
SmartQuart treibt lokale Energiewende voran

Gut ein Jahr nach Start des Projekts SmartQuart haben sich nun die zehn Konsortialpartner getroffen und eine erste Zwischenbilanz gezogen. In der digitalen Veranstaltung zeigten sich die Vertreter der beteiligten Unternehmen mit den Projektfortschritten zufrieden. Trotz der durch die Corona-Pandemie erschwerten Rahmenbedingungen konnten die Beteiligten die gesetzten Meilensteine erreichen. So haben die Partner im ersten Projektjahr wichtige Verträge unterzeichnet, Planungen vorangetrieben und Konzepte erarbeitet. Darüber hinaus konnten die Menschen in Bedburg und Kaisersesch an zahlreichen Infoveranstaltungen zum Projekt teilnehmen.

Anfang des Jahres 2021 startete dann die Umsetzung erster Maßnahmen: In der Ressourcenschutzsiedlung Bedburg begann die Erschließung des Neubaugebiets. Gleichzeitig läuft der Verkauf der Grundstücke. In Kaisersesch haben die Projektbeteiligten den Standort für das Wasserstoff-Blockheizkraftwerk identifiziert und vorbereitet. Auch die Planung für das Grundstück, auf dem die einzelnen Komponenten der Wasserstoffproduktion und -verteilung errichtet werden, ist abgeschlossen. Durch den Ausstieg des ursprünglichen Partners in Essen musste das Projektteam hier neue Wege einschlagen. Derzeit laufen Gespräche mit neuen potentiellen Partnern zur Errichtung eines urbanen Quartiers.

„Mit SmartQuart stehen wir vor der Umsetzung der realen Energiewende. Aufbauend auf den Erfahrungen anderer Forschungsprojekte, gehen wir nun einen entscheidenden Schritt weiter: Wir befinden uns hier nicht in einer simulativen Umgebung, sondern in der Gestaltung echter Quartiere. SmartQuart zeigt mögliche Entwicklungspfade zur wirtschaftlichen Umsetzung innovativer und klimaneutraler technischer Lösungen unter Einbeziehung der Gesellschaft. Aus den Quartieren heraus können wir wichtige Impulse für die Gestaltung energiepolitischer und regulatorischer Rahmenbedingungen liefern. Das Projekt verfügt somit über Strahlkraft über die regionalen Grenzen hinaus“, so Sahra Vennemann, Projektleiterin von SmartQuart.

SmartQuart, das ein Konsortium aus zehn Partnern unter der Leitung des Energieunternehmens E.ON erarbeitet hat, wird bis Ende 2024 neue Produkte und Lösungen für die Planung, die Errichtung und den Betrieb energieoptimierter Quartiere entwickeln. Im Rahmen des vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie geförderten Projekts werden die beteiligten Stadtquartiere in Essen und Bedburg in Nordrhein-Westfalen sowie Kaisersesch in Rheinland-Pfalz jeweils in sich und miteinander vernetzt. So sollen sich die unterschiedlich strukturierten Quartiere im systemischen Verbund nachhaltig und wirtschaftlich ergänzen und Energie untereinander austauschen. Ziel ist es, den Einsatz fossiler Energieträger in den Projektquartieren weitgehend überflüssig zu machen und die Quartiere als flexible Teile eines zukünftigen Energiesystems zu Akteuren der Energiewende werden zu lassen.

„Durch die Entwicklung von wirtschaftlichen und marktreifen Produkten und Konzepten werden wir in der Lage sein, mit dem vorhandenen Angebot am Markt zu konkurrieren und damit die notwendige Akzeptanz bei den Nutzern zu erreichen. Diese Entwicklung im realen Umfeld erfordert aber auch den Mut, gesetzte Konzepte neu zu überdenken. Unsere Arbeit im Projekt müssen wir immer wieder den Anforderungen von außen anpassen. Dabei hilft uns die interdisziplinäre Aufstellung des Projektteams und die große Unterstützung der drei Kommunen, die zu Treibern des Projekts geworden sind“, sagt Jürgen Hammelmann, technischer Projektleiter von SmartQuart.

SmartQuart repräsentiert typische Quartiere von niedrig verdichteten ländlichen Räumen wie Bedburg, gemischt strukturierten Gebieten wie Kaisersesch bis hin zu einem sehr hoch verdichteten städtischen Viertel in Essen. Durch die Abbildung dieser für Deutschland typischer Räume nimmt das Projekt eine Vorbildfunktion ein. Die Konzepte sind langfristig auf andere Quartiere übertragbar.

In allen drei Quartieren beteiligen sich Kommunen, Bewohner, Energieversorger sowie lokale Technologieanbieter an der Umsetzung von SmartQuart. Projektpartner sind neben E.ON noch gridX GmbH, Hydrogenious LOHC Technologies GmbH, RWTH Aachen University, Stadt Essen, Stadt Bedburg, Verbandsgemeinde Kaisersesch und Viessmann Werke GmbH & Co. KG. Assoziierte Partner sind die RWE Power AG und die H2 MOBILITY Deutschland GmbH & Co.KG.